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puerto escondido und chacahua

Wer hat die Kokusnuss geklaut?

Nachdem ich am Mittwoch, den 31. Januar meinen letzten Arbeitstag hatte...mit Kuchen und Eis vom Chef, tausend Umarmungen, lachenden und weinenden Augen, bin ich am Donnerstag nach Puerto Escondido gefahren, wo ich mich mit Tina, Bernd und Justus getroffen habe. Nach nem halben Jahr rackern, rabotten und schuften hab ich mir das jetzt echt verdient. Im Mayflower, nem typischen Backpackerhostelvon ner ollen deutschen Schnepfe, das jedes, aber auch jedes Klischee erfuellt, simmer dann ein paar Tage eingekehrt: Lange Spaziergaenge zu einsamen Straenden, Kokosnussklau, Abhaengen in der Haengematte, erste dunkle Farbnuancen, Bootrip mit Delphinen, Meeresschildkroeten, Pelikanen, total bleich vor schaukeligem Wellengang fuettert Anne unfreiwillig die vielen bunten Fische, Schnorcheln, Sandburgenbauen, Wellen, die mir den Bikini halb von Leib reissen, gelb-blutrote Sonnenuntergaenge,....

...schlachten der kokusnuesse, die wir unterwegs gemopst haben...

Am Sonntag gings dann auf nach Chacahua, was bis her so einiges weit weit uebertroffen hat. Hinfahrt mit nem kleinen Pick-up, umsteigen in ein Lanchaboot und dann nochmal 10 km mit ner Ratterscheese durch trockene Kakteenlandschaft. Endlich sind wir da: wohoooo, wo sind wir denn da gelandet? Lange einsame Straende, mit und insgesamt 10 andere Leute, ansonsten ein paar Einheimische. Oh mann, was soll ich dazu sagen? Wir habens uns da so richtig gut gehen lassen. Frischen Fisch, frische Fruechte, Sonne, tuerkisblaues Meer, Palmen und unzaehlige faszinierende Tiere und unglaubliche Naturschauspiele. Nach ner Bootstour in der Lagune, haben wir noch ne kleine Krokodilaufzuchtstation besucht und mal wieder bei leckerem Essen den Sonnenuntergang genossen. Bernd hat am Strand eine kleine Muschel gefunden und auf den Tische gelegt. Auf einmal hat die Beine bekommen und is losgerannt...wir ham uns darueber nich mehr eingekriegt. Nachts sassen wir dann noch gemuetlich bei nem Bier am Strand, als ploetzlich diese riesige rotgluehende Kugel am Horizont aufgeht...wow...das war echt der Oberhammer! Am naechsten Abend haben wir dann beim Schlendern am Strand massig viele Krabben langflitzen sehen und das fuer mich Beeindruckendste ueberhaupt: Leuchtplankton....ganz viele gruen-blau leuchtende Punkte im Wasser. Das Meer sah echt aus wie eine grosse Diskokugel! Jaja...Chacahua ist echt das absolute Paradies.

...mit dem boot haben wir ne tour durch die mangrowen gemacht...

...auf dem weg zurueck in die zivilisation...

Jetzt haengen wir hier in San Cristobal de las Casas in so ner Hippiebude rum. Das Hostel ist echt hart an meiner Ekelgrenze, aber die Leute sind fetzig, das Zimmer is billig (umgerechnet vielleicht so 3 Euro) und mit Tina und den Jungs ist es echt lustig. Morgen gehts dann auf nach Palenque und Agua Azul...

...unser kabueffchen in san cristóbal...

9.2.07 21:36


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anne unterwegs...

so...hier nurmal ganz kurz...keine sorge, mir gehts mehr als gut...bin mal wieder im paradies gelandet....einsame traumstraende....frischer leckerer fisch...sonne....ruhe...keine internetverbindung...wer kneift mich mal bitte? der traum dauert echt unwirklich lang an...aber dazu spaeter mehr.

hola a todo el mundo...estoy muy muy bien...despues dos días en chacahua estamos ahora en puerto escondido esperando al camión a san cristóbal....my correo está fuera de servicio...no sé porqué pero no puedo abrir la página. no se preocupen...más tarde voy a escribir más!!!

8.2.07 03:03


anne laedt ein...

Am Freitag, den 26. Januar hab ich hier meine erste Party geschmissen. Meinen Geburtstag gabs zum Anlass und so sind die meisten meiner Freunde hier zu mir nach Haus zum feiern eingekehrt. So c.a. 30 Leute waren da und ich hab mich riesig gefreut…bissl was zu mümmeln und schnabulieren, kleine süße Geschenkchen, Musi, Schnattern, Kichern, Bier, Tequila,… auch noch der Bernd und der Justus, die gerade frisch aus Dresden und Berlin eingetroffen waren. Sie haben maßgeblich zur Erweiterung des Schimpf- und Fluchwortschatzes der Mexis beigetragen und das fanden alle verdammt komisch. Für mich ging der Abend super schnell vorbei und da ist mir zum ersten Mal eingefallen, dass ich die ganzen Leute bald nich mehr sehe…oh menno, die Zeit rast aber auch echt super schnell.

Naja, gegen 4 sind wir letzten 10 dann noch mal losgezogen auf der Suche nach ner Kneipe, aber da kannste Mexiko echt vergessen. Also gings dann wieder zurück zu mir auf ein paar Bier. Meine schwulen Nachbarn kamen auch noch vorbei, haben mir noch ein Ständchen gesungen, einer von beiden hat sich über den anderen bei mir ausgeheult und gegen 6.20 wurde die Nacht beendet…ich hab alle rausgeschmissen und bin ins Bettchen, wo Tina und die anderen 2 Ossis schon längst geschnarcht haben.

achso...und mein Geburtstag selber war auch ein schoener Tag...hab frei bekommen und bin mit Tina und Ramón nach Xochimilco und Coyoacán geduest. Leider war es der erste Tag im Jahr und seit 3 Monaten, an dem es geregnet hat. Voll mies! Abends hab ich dann von Luis und Co. ne fetzige Geburtstagstorte bekommen und da stand drauf: "glueckliche geburtstag"...voll suess, das war echt das beste Geschenk!

...meine goethe-schueler: v.l.n.r. hectors frau, hector, ische, ramses, itzel

31.1.07 20:31


5. nimm dir ma(h)l zeit!

Die Essgewohnheiten der Mexikaner sind schon sehr gewöhnungsbedürftig und nicht ohne Grund sind sie eines der fettesten Völker. Und tatsächlich trampeln hier die korpulentesten Geräte durch die Gegend…vor allem die kleinen speckigen Kinder sind echt arm dran. Und auch die kleinen deutschen Praktikantinnen sind vor der Gefahr nicht gefeit. Sie kommen nichts ahnend hier her, werden in der erstbesten Tacostube infiziert und können sich von da an nicht mehr dagegen wehren.

Tacos sind also Tortillas, die mit unzähligen Sachen kombiniert werden können. Am üblichsten sind „Tacos al Pastor“. Das Fleisch wird dafür von einer Dönerartigen großen Grillrolle (schichtweise Fleisch und Zwiebel) geschabt, ein Stückchen Ananas dazu und fertig. Nein…stimmt gar nicht…noch nicht fertig…denn in jeder Taquería stehen mindestens Limonen und eine rote und eine grüne Chili- Salsa auf dem Tisch. Mit diesen Zutaten wird der Taco zum perfekten Taco. Tacos gibt es also mit allen Fleischsorten, die ein Schwein so rein anatomisch zu bieten hat, also Kopffleisch (Augen, Zunge, Gehirn, ...), Bauch, Rippe, blablabla. Taco mit Hühnchen, Taco mit Nopal (Kaktus), Taco mit …ach was weiß ich noch alles. Neben Tacos gibt es dann noch Gerichte wie Quesadillas, Empanadas, Enchiladas, Tamales, Tortas, Pozole und und und, die fast alle irgendwie und irgendwas mit der Tortilla und Mais zu tun haben. Ganz wichtig bei allen: Es lebe die Salsa und die Limone! Ohne beides schmeckt das Essen nur halb so gut. Sehr typisch für Mexiko sind auch „Frijoles“, das ist son dunkler Bohnenbrei, den ich anfangs nicht sehr appetitlich fand, jetzt aber superlecker! Und jetzt zu meiner Nummer 1 unter den kuriosen und zugleich leckeren Speisen in Mexiko:

"Mole“!!!

Das ist eine leckere Soße mit ca. 75 Beimischungen. Die Hauptzutaten sind aber Chili, Zwiebeln, Knoblauch, Gewürznelken, Pfeffer, Salz, Zimt, Fett und jetzt kommt die wichtigste: SCHOKOLADE.

…texmex…

Und übrigens: Nachos, Chili con Carne oder Burritos sind keine typisch mexikanischen Gerichte und sind hier auch größtenteils unbekannt. Das ist genauso wie Tabasco, die scharfe Soße in der kleinen Flasche eher so ein texanisches Ami-Ding.
 

…arriba, abajo, al centro, a dentro…

Die drei typischsten Getränke sind natürlich Tequila, Mezcal und Pulque, die alle irgendwelche Gebräue aus Agavensaft sind. Am lustigsten ist es, wenn man diese in einer „Cantina“ probiert. Eine Cantina ist eine Art Kneipe, in die früher nur Männer durften. Hier wird ordentlich getrunken, Domino gespielt und zu handgemachter Mariachi-Musik gesungen, gepfiffen und geschrien. Das ist echt immer wieder amüsant! Ansonsten stehen die Mexis total auf „Agua-Horchata“, ein Milch-Reis-Zimt-Getränk,  „Agua de Jamaika“, ein Hibiskusblütensaft und „Michelada“, Bier mit Zitronensaft und Salz. Ganz nebenbei ist Mexiko das Land mit dem höchsten Coca-Cola-Verbrauch pro Kopf.

3 feste Mahlzeiten wie in Deutschland gibt es hier nicht. Gefrühstückt wird kaum…schnell ein Kaffee und auf geht’s. Das Mittagessen ist die Hauptmahlzeit, findet aber teilweise erst gegen 3-5 statt und abends wird dann dementsprechend noch mal spät was Kleines gemümmelt.

…gemütlich essen mit dem Kellner auf dem Schoß…

 So und da hier alles relativ günstig ist, wird selten zuhaus gekocht und so geht man lieber irgendwo was essen. Dabei wird schnell klar, dass die Mexis ein etwas anderes Verständnis von Service und guter Bedienung haben, als wir. Schon am Eingang begegnet dir einer der unzähligen Kellner mit einem Grinsen und weißt dir deinen Tisch zu. Ab diesem Zeitpunkt klebt dir dieser Mensch an der Backe, bis du das Lokal wieder verlassen hast. Karte, Bestellung und tausend Erkundigungen nach deiner Befindlichkeit. Keine Angst, du bist nie allein! Auch während des Essens hast du den Kellner immer im Rücken, für den Fall der Fälle: Alles in Ordnung? Was kann ich noch bringen? Alles in Ordnung? Vielleicht noch ein Wasser? Alles in Ordnung? Und sobald du das Besteck (sofern du welches benutzt) mal für 2 Sekunden aus den Fingern legst und vielleicht gerade mitten in einem Gespräch bist, schlägt er zu…der Kellner zockt deinen Teller und du hast einfach keine Chance. Oh nein! Da lag doch noch der letzte Bissen drauf, das Beste des ganzen Essens, das ich mir immer bis ganz zum Schluss aufbewahre! Jetzt musst du ganz schnell handeln! Scheiss auf die gute Manier und die Angst, alle Aufmerksamkeit auf dich zu lenken! Reis ihn zurück! Halt ihn fest! Lass ihn raus den Tiger! Oh ja, man muss ganz schön aufpassen, sonst is alles weg. …nagut…letzten Happen noch und dann noch bissl quatschen und quasseln. Alles in Ordnung? Nachtisch? Kaffee? ….neeeeein, das Danke entflieht mir nur noch mit einem krampfigen Lächeln. So, weiter im Text, endlich Ruhe. ….Darf ich noch etwas bringen? ….So, aus, Schluss, vorbei. Die Rechnung darfs sein und dann raus hier! Was nett und höflich gemeint ist, macht mich manchmal echt ganz schön aggressiv.

29.1.07 21:14


An meine liebe Anke….

Liebste Ankischnanki, kleine Schwester, blöde Kuh und allerallerallerallerbeste Freundin!

Heute ist unser Geburtstag und obwohl ich die große Schwester bin kannst du eher feiern als ich, das ist ungerecht! Ich wünsche dir alles alles Liebe und dass du deinen Weg im Leben findest. Auch wenn es manchmal schwer ist und du immer noch auf der Suche bist, bin ich mir ganz sicher, dass du das alles packen wirst. Ich bin nämlich immer für dich da, es kann also nichts schief gehen, meine Kleine! Und weißt du was? Das ist nämlich das fetzige an dir, du bist nicht wie die anderen. Du brauchst den ganzen Schnickschnack nicht, bist manchmal wie ein kleines unbeschwertes Kind und steckst mich damit an. Mit dir kann ich alles tun, den größten Scheiß machen, doof vor der Glotze abhängen, schimpfen, streiten macht sowieso mit dir den größten Spaß, lachen, lästern, Tussi sein, Schlumpi sein, Hippie sein, gemein, fröhlich und traurig sein, mit dir kann ich heulen, flennen, nackt durch die Bude rennen, springen, tanzen, schreien, ausflippen und jede Party stürmen, mit dir nem Schlauchboot und nem abgebrochenen Paddel kann ich die lahme Elbe von Pratschwitz zum Blauen Wunder entlang schiffern und sinnlose Diskussionen mit der Wasserpolizei führen, plaudern, quatschen, schnattern, tratschen, dich könnt ich knuddeln, wuddeln und knutschen, mit dir kann ich spontane Choreographien zu nem Prinzenhit machen, durch die Bude toben wie ne Wilde, dich kann ich veräppeln und dir blöde Geschichten erzählen und du glaubst sie mir, dir kann ich vertrauen und du mir, mit dir kann ich eingeschnappt sein, du aber nie mit mir, ich kann dir verzeihen, dir zuhören, dich ignorieren, über dich lachen, mit dir lachen, mit dir spielen, tollen, wir können uns gegenseitig bemitleiden ich kann dich schupsen, dich necken, wecken wenn ich dich brauch, mit dir einschlafen, stundenlang über das gleiche Thema reden, 1000 Dinge in 2 Minuten abklären, mit dir kann ich schweigen, du aber nicht mit mir, ich kann mich mit dir und über dich aufregen, mit dir träumen, schwärmen, nachts mit m Rad durch die Kante fahren und alte englische Lieder dabei singen, von denen wir bis heute den Text falsch grummeln, dein Bier ist immer auch mein Bier, mit dir kann ich eitel sein, schick sein, schludrig, schlampig, schusselig und dusselig, in deinem Zimmer darf ich nicht unordentlich sein, du aber in meinem ordentlich, du kochst das essen und ich lass es mir schmecken, du weißt was ich kann und ich weiß wer du bist, du bist Jemand,

du bist meine KLEINE Schwester, ich deine große, du bist nicht ich und ich bin nicht du, aber du bist ich und ich bin du…wir sind wir!

24.1.07 00:51


puebla…einmal bis zum popocatépetl und zurück, wilde eifersuchtsszenen und ein verstörter hawaiianer

...jaja, die arme Tina…bekommt gleich am ersten Wochenende in Mexiko die volle Dröhnung Kulturschock und kurioser Rucksackreisebegleiterscheinungen. Am Samstag sind wir gemeinsam mit der Doro, einer süßen deutschen Bayer-Praktikantin nach Puebla gefahren, einer charmant-einladenden Stadt c.a. 2 h südöstlich von Mexiko-Stadt. Nach einer windigen (tor-)Tour im Touribus sind wir noch über nen schnuffigen Trödelmarkt geschlendert und haben uns am späten Nachmittag von der Doro, die am gleichen Tag zurück in die Großstadt gefahren ist, getrennt. Auf geht’s…Schlafplatzsuche!!! Der Reiseführer schlägt das Hostel „Popocatépetl“ vor….also nichts wie hin. Nach der scheinbar unendlichen Taxifahrt ins Nichts, vor den Toren des Popocatépetls beschlossen wir jedoch schnurstracks die Umkehr zur Zivilisation des Stadtzentrums und kehrten schließlich nach Internet- und Oralrecherche im "Santo Domingo" ein. Endlich! Zeit zum Durchatmen und mal kurz Seele, Beine und Co. baumeln zu lassen. Doch unser Zimmergenosse im „Dormitorio“ weckte anfangs ganz keck unser später dann  unfreiwilliges Interesse. Er sei aus Hawaii und würde irgendwie irgendwas mit Pyramiden und Videospielen machen. Menno, is mein Englisch aber schlecht, ich versteh ja fast gar nichts….dacht ich mir so zwischendurch. Plötzlich erzählt er von Affen, denen er auf seiner Fahrradtour durch Yucatan begegnet sei. Er habe mit ihnen Kekse gegen exotische Früchte getauscht….abgefahren! Tina schaut mich mit dem gleichen Blick an, den auch ich ihr zuwerfe. Puh…das liegt ja doch nich an meinem mangelnden Sprachverständnis sondern eher an der wirren Weise, wie dieser Typ seine kuriosen und skurrilen Storys erzählt. O.k….äääähm….wir müssen jetzt los….habens eilig….schönen Abend noch! Dass aber vor der Tür schon die nächste Anekdote wartet, haben wir nicht erwartet. Ein Freund aus Mexiko, dessen Kumpel Carlos aus Puebla samt seiner Freundin Claudia haben uns aufgelesen und uns mit in eine „Cantina“ genommen. Voll der schöne und lustige Abend…Tinas erster Tequila, Mariachis, interessante und angeregte Gespräche auf Deutsch, Spanisch, Englisch und alles im Mix. Prost! Salud! Chin chin! Al fondo! Auf Ex! …Hau weg die Scheiße!
Lasst uns die Bar wechseln…auf nach Cholula!!! Auf dem Weg dorthin noch schnell den platten Reifen mit Hilfe eines Taxifahrers gewechselt und schon waren wir in nem kleinen dorfartigen Kneipchen. …und jetzt fängt die Story erst richtig an. Claudia und Carlos haben kurz irgendwas diskutiert als sie wütend und angespannt aufsteht, sich aus heiterem Himmel verabschiedet und mit Carlos, der uns kurz erklärt, er würde gleich wieder kommen, die Bar mit energischem Schritt verlässt. Wir haben nicht schlecht gestaunt, uns aber erstmal nichts weiter dabei gedacht. Nach c.a. 15 minutos kam Carlos mit nem anderen Hemd wieder herein und hat uns folgendes erzählt: Er hat sie nach Hause gebracht und vor der Haustür hat sie ihm ne Szene gemacht…ihn geschlagen und sein Hemd zerrissen und so laut geschrieen, dass die Polizei kam. Oh mann! Diese Mexifrauen sind ganz schön krass drauf. Sie hat sich die ganze Zeit nichts anmerken lassen, es war super entspannt. Naja…die Stimmung war dann natürlich im Eimer und erst recht, als Carlos meinte, dass ihr Vater bei der Regierung arbeitet und sie ihm mit heftigen Dingern gedroht hätte…später hat sie wohl noch mal vom Krankenhaus aus angerufen. Nun gut…wir wissen aber auch nicht wirklich, was Carlos zu ihr gesagt hat, denn so ganz uninteressiert am deutschen Besuch war er schließlich auch nicht. Tina war ganz schön platt…volle Ladung mexikanischer Emotionen. Zurück im Hostel simmer dann halb tot in die Kiste gefallen und konnten selbst am nächsten Tag diese Aktion nich fassen. Nach nem Frühstück und kurzem Mittagsschläfchen gings dann auf zum „Mole poblano“-Essen. Tina….eher bissl angewidert vom mexikanischen Essen, nach dem ich sooooo süchtig bin, hat sich die leckere Schoko-Chili Sauce entgehen lassen. Mmmmhhh muy rico!!! In nem süßen Restaurant mit mexikanischer Trommel-Gitarren-Flöten und tiefer Männerstimmen-Musik mit tropfend-schnulzigen Liebesreimen und Tinas erstem „Flirt“ mit großen dunklen Mexikaneraugen haben wir s uns schmecken lassen. Danach haben wir dann noch mal den crazy Hawaiiboy getroffen, der uns ganz stolz seine weißen Söckchen mit rosa Herzchen gezeigt hat, die er gerade auf dem Markt erstanden hatte. S is nich zu fassen. Naja…wir sind dann auch noch mal über den Markt getrödelt und dann gings wieder zurück in die große Stadt…
22.1.07 20:13


4. streetlife

Ja…Mexiko, das Land wo man das Leben größtenteils auf der Straße lebt. Das diese Medaille zwei Seiten hat is klar. Ich liebe und verabscheue sie zugleich….

Ich stehe morgens auf und hol mir beim Mexi an der Ecke n leckeren frischen erquickenden erfrischenden Quicky –Saft. Gehe an zahlreichen Schnabulierständen vorbei und der Geruch von Tortillas…Quesadillas…frischem Kaffee…fleischigem Fleisch…und fettigem Allerlei steigt mir in die Nase…jeder wie ers gern mag. Ich überquere die große Kreuzung und treffe auf die unterschiedlichsten Verkäufer, Kleinkünstler oder Bettler, die sich zwischen den im Stau stehenden Autos tummeln und sich um ein paar Pesos bemühen. Spätestens hier hindert mich dann und wann der Kloß im Hals am regelmäßigen Atmen. Da jonglieren Feuerkünstler mit ihren teuflisch heißen Utensilien, Eltern verkleiden ihre Kinder als lustige Clowns, die dann in grotesk-drolliger Szenerie die Autofahrer zum lachen bringen sollen und Scheibenputzer, Kaugummi-, Zeitungs-, Krimskrams- und Telefonkarten“verticker“ klopfen an die Scheiben der gestresst-genervten Autofahrer. Eine Straßenecke weiter liegt der Penner tief schlafend, wie jeden Morgen, mit dem gleichen „Out“-fit!, das ihn bei meinem ersten Trott zum Institut auch schon kleidete, in einem verlassenen Hauseingang. Kleine dürre in große Tücher gewickelte Frauen mit tiefen Falten im Gesicht verlangen mit eindringlich - traurigem und flehend - forderndem Blick nach Geld oder kleine zuckersüße und wunderhübsche Kinder bieten dir „chicle“, „cacahuates“ und „cigarros“ an. Tief durchatmen, Anne…das darf man sich echt nicht zu nah kommen lassen! Aber das bunte Treiben muntert auch echt oft mehr als auf…ich liebe es abends auf den Markt zu gehen um mich mittendrin an irgendeinem Stand meiner Tacosucht hinzugeben und total erschöpft vom Tag einfach nur die Leute zu beobachten.
17.1.07 19:56


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