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fainarchtn un sülwästar

 

Ja dieses Jahr waren das schon ganz spezielle Feiertage. Um ehrlich zu sein, war das besondere an diesen Tagen eigentlich, dass sie überhaupt nicht besonders waren. Also Weihnachtstimmung kam bei mir so überhaupt garnicht auf. Die Vorweihnachtszeit ist für mich hier so paradox, dass sie garnicht paradoxer sein kann. Da ist nichts mit gemütlicher Besinnlichkeit in der warmen Stube an den Adventssonntagen. Hier is tagsüber allerschönster Sonnenschein und die Palmen sind mit Lichterketten geschmückt. Die Straßenränder sind mit "Nochebuenas" (=Weihnachtssterne, die übrigens aus Mexiko kommen!!!) verziert und die Mexis kaufen ihren Weihnachtsbaum schon Anfang Dezember. Der ist dann natürlich nicht echt und meistens total kitschig. Also ich dachte immer, dass unsere Nachbarn in Fahnern den weihnachtlichen Hausschmuck etwas übertreiben, aber das reicht bei weitem nicht an den Übereifer des Dekorierens mancher Leute hier heran. Ansonsten gibts jede Menge "Posadas". Im weitesten Sinne sind das Weihnachtsfeiern. Traditionell wird auf diesen Feiern eine Art Krippenspiel ("Pastorela" nachgestellt, aber die meisten arten hier in wilden Fiestas aus. Da wird "Ponche", heiße Obstbowle getrunken und es werden "Piñatas" zerschlagen. Das sind so bunte Kugeln mit "Zuckertütchen" dran. Die sind mit Süßigkeiten gefüllt und wenn man sie zerschlägt, dann kullert der gesamte Inhalt raus und alle freuen sich.

hier ein Bild...hab ich irgendwo geklaut, damit ihr ne Vorstellung habt

Jetzt zu meinem Heilig Abend:

Da ja Stefan zu besuch war, haben wir nach ner kleinen Tour durch Coyoacan beschlossen, irgendwo was essen zu gehen. Leider war die Stadt so tot und leer, dass noch nicht einmal im Kneipenviertel irgendwas offen hatte. Luis hat uns dann überredet mit zum Weihnachtsessen seiner Familie zu kommen und dieser Vorschlag hat sich im nachhinein echt als supi rausgestellt. Wir wurden herzlich empfangen, haben über Gott und die Welt geplaudert, Ponche getrunken, das Christkind (eigentlich warens 2 Püppchen, ein altes und ein neu gekauftes...zum schießen!!!) in einem Tuch geschaukelt und gesungen und dann endlich gegen 12 nachts mit dem Essen begonnen. Das wär bei uns schon die halbe Family eingepennt. Aber dass Essen war superlecker und danach gabs oberlieblichen Wein aus der Pfalz. So haben wir also doch noch Weihnachten in Familie gefeiert, auch wenns nicht unsere eigene war. Kleine süße Geschenke habe ich auch bekommen, von Freunden, Schülern aus dem Goethe und per Banküberweisung von der lieben Mutsch. Die beiden Feiertage haben wir eher unspektakulär faul lesend auf der Terrasse verbracht (in Mexiko ist der 26. kein Feiertag).

...zwischenfestliche Tage...

...haben wir an Stränden von Guerrero und Oaxaca verbracht. Am ersten Tag der Reise waren wir in Pie de la Cuesta (45 Min von Acapulco) in ner kleinen Pension direkt am Strand.

 

 Das war im Gegensatz zu Acapulco sehr angenehm. Viel habe ich von der Stadt nicht gesehen, aber sehr einladend wirkt sie net. Der Hafen und seine Umgebeung erinnert sehr an Monaco. An den kleinen Stränden amüsieren sich die Urlauber wie in Sardinendosen und die Preise sind unerhört hoch (zum Jahresende fast überall doppelt so hoch als normal). Ein paar Kilometer weiter findet man aber auch ruhigere Strände zum entspannen.

Nach 2 Tagen sind wir mit dem Nachtbus weiter nach Puerto Escondido gefahren, einem Surferstrand in Oaxaca. Nach vergeblicher Zimmer- Cabañas- und Hängemattensuche sind wir gleich weiter nach Zipolite gefahren, wo wir dann durch bizarre Umstände das coolste Zimmer des Strandes bekommen haben.

 

 Ausblick vom Balkon

...und die andere Seite...

 Ein amerikanischer Alaska-Fischer hat uns in seinem Hostel aufgenommen. Da er 2 Tage zuvor bei einem Unfall ein kleines Mädchen aus dem Dorf überfahren hatte, war im Erdgeschoss der Hütte ein Altar aufgabaut. Sieben Tage lang kamen die Leute aus dem Dorf um sich von dem Mädchen zu verabschieden und gemeinsam zu trauern. Aus diesem Grund war das Hostel leer und John hat uns sein Zimmer für weniger als die Hälfte des Preises überlassen.

 

...das Hostel...ganz oben rechts das Zimmer mit Balkon und dem Sternenstaundach.... 

Schon ein groteskes Glück, was uns da wiederfahren ist. Auch die Belegschaft dieser Unterkunft war ne kuriose Truppe, die eigentlich nur aus John, dem Besitzer, der uns ne Mümmeltüte als Begrüßungsgeschenk ins Zimmer gelegt hat und Boogie, einem gelassenen Mitfünfziger, der als Aussteiger seine Tage hier mit nem kühlen Bier und ner Tüte beginnt und dann und wann mal die Veranda kehrt. Wie auch immer, die Zeit in Zipolite vergeht wesentlich langsamer...eigentlich spielt sie garkeine Rolle und so war es möglich,  mich mal total zu entspannen und nichts zu machen außer baden, faul in der Hängematte liegen, lesen, sonnen, essen, schnabulieren, spazieren gehen, grübeln, staunen, mich freuen, nachdenken, genießen ...was ja eigentlich, wie mir grad auffällt ne ganze Menge ist.

 

...jetzt bin ich wieder hier in der großen Stadt und der Schnupfen, den ich eigentlich am Meer auskuriert hatte, hat mich wieder eingeholt. Noch 3 Wochen im Goethe arbeiten und ich bin fertisch.

...warum so viele Füße auf den Bildern sind? Irgendwie müsst ihr mir ja glauben, dass ich da auch wirklich war...und ich glaube meine Füßle sind unverkennbar meine.

5.1.07 21:49


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...liebe familie...

... es ist heilig abend und ich habe euren anruf erwartet. vor lauter bescherung und geschenken habt ihr wahrscheinlich eure anne vergessen....naja, fuer mich ist ein tag wie jeder andere und ich bin ganz tapfer und nur n bissl traurig (...dass ich nicht miterleben kann, wie mutti von vati wie jedes jahr ihr nachthemd geschenk bekommt und vati als rache dafuer seinen schlafanzug auspackt...selbst der stress mit dem weihnachtsbaum, den vati jedes jahr aufs neue veranstaltet, fehlt irgendwie...) naja...ich hab an euch gedacht und hab euch alle sehr sehr lieb!!!

eure anne

24.12.06 20:28


24.12.06 20:08


mitbewohner

...meine huebsche und supernette Mitbewohnerin Elisabeth...

 

...Dante....die Schmusekatze....

 

 

 

....Gute-Nacht-Knutsch!!

...Fruehstueck nachmittags um 3 auf dem Sonnendach mit Wohnbesuch Stephan...

24.12.06 20:06


eine kleine knobelige aufgabe für meine faulen tagebuchleser

Neulich hat sich doch nicht etwa wirklich eine Cucaracha in meinem Zimmer verirrt…fluppdiwupps hab ich ein Glas über sie geworfen und es samt krabbeligem Inhalt in die Ecke geschoben…und das Tierchen dort für ein paar Tage bocken lassen. Als ich das Glas wieder hochgehoben hab, hat mich da so ne faule Kakerlake angeschaut und da hab ich mir ganz spontan dieses Lied ausgedacht:


 

„La Cucaracha, La Cucaracha
Ya no puede caminar
Porque no tiene, porque le falta
Mariujuana que fumar“

 

…irgendwie glaub ich, das könnte nen ganz großer Hit werden.
Aber egal, hier fängt das Gewinnspiel an: Eure Aufgabe ist es, den Text in ein gut verständliches Deutsch zu übersetzen. Achtung: nicht der Schnellste gewinnt, sondern derjenige, der die Zeilen am wohlformuliertesten (? was für ne paradoxe Wortkomposition) und im besten Falle im Kreuzreim wiedergeben kann. Zusatzpunkte bekommen diejenigen, die noch ein paar originelle Strophen dazu dichten (Deutsch oder Spanisch). Mitmachen lohnt sich wirklich, es winken tolle Preise für die Gewinner. Der Hauptpreis wird zum Beispiel eine CD mit meinem neuen Hit sein.
Also, adelante los amigos!!!!

 

 

19.12.06 22:24


ein mexikanischer truthahn in deutschen munden

Um das noch mehr zu spezifizieren…in Schwäbischer Gosch, Berliner Schnauze, Dresdner Gusche und natürlich en la boca mexicana. Um eines Truthahns Willen haben sich gestern bei uns in der Wohnung viele hungrige Mäuler zusammengefunden. Die halbe Kollegschaft von Keit aus der deutschen Schule hat sich bei uns versammelt und wir haben alle Leckereien, die uns Elisabeth serviert hat wohlwollend aufgemümmelt. Ohne Witz sah ich danach aus als wär ich im 6 Monat ner freudigen Erwartung. Der Abend war echt sehr interessant. Obwohl die meisten deutsch waren, haben sie trotzdem nicht meine Sprache gesprochen. Es waren schon ein paar Spezis dabei, eigentlich hatte jeder irgendwie nen Spleen. Et voilá…das sind die Ritter der Tafelrunde: Ein munterer, wild gestikulierender Schwab, der sich mit imposanter femininer Eleganz bewegt und ausdrückt; ein Provinzkomplize mit Hasenscharte, blondem goldgelockten Haar, das von seinem Ursprung aus weit hinter den Geheimratsecken im Wind bestimmt ganz wunderbar weht; seine wirklich hübsche mexikanische Freundin, die vermutlich eher auf die inneren Werte eines Mannes Wert legt; der Tischälteste, der gerade frisch verliebt von einer Zukunft mit seinem weitaus jüngeren Freund träumt; ein kunststudierter Dresdner, der trotz oder gerade aufgrund seiner introvertierten Art sehr angenehm wirkt; ein mexikanischer Witzbolt und die übrigen Verdächtigen, also Keit, Luis, Elisabeth und ische. Mein persönliches Highlight war der Original Dresdner Stollen….menno der war aber auch lecker!!! Quasi synchron wurden Dresdner Stollen und innerdeutsche Vorurteile, Klischees und andere ergötzliche Neckereien, die sich bis zur Begriffsscheidung mexikanisch-deutscher Stereotypen gesteigert haben, aufgetischt. Eigentlich ein netter kunterbunter Abend, der mir bestimmt noch länger in Erinnerung bleiben wird!
19.12.06 18:55


HEIMlichkeiten

 

...der Hof...und der erste Eingang auf der rechten Seite is meiner!!!

Jippi, yeah, juhuuuuuu! Endlich bin ich umgzogen! Wohin??? In die Coahuila 129/1 in der "Roma Sur". Wohne jetzt also mit Elisabeth, einer 33-jaehrigen Mexikanerin und Dante, einer Schnuffikatze zusammen. Die Wohnung ist total chillig und gemuetlich...viele bunte Farben und Pflanzen...und das Beste: einer sonnigen Sonnenterasse mit ganz viel Sonne. Da hab ich heut den ganzen Tach mit Elisabeth und Keit, ihrem Freund, der uebrigens aus Magdeburg kommt, faul in der Sonne rumgelegen, haben uns frischen leckeren Saft aus frischem leckerem Obst und Gemuese gemacht, gelesen, gequatscht und nuescht gemacht.. Sch bin ja sooo klueglitsch!!!

 

...die gemuetliche Kueche...

 ...und nochmal Kueche...

 ...mein Zimmer bei Nacht und trotzdem mit Sonne(nblume)...

...und die Treppe hinauf...der "jardin"...der Sonnengarten...

 ...und wieder treppab direkt neben meinem Zimmer...das Chillsaloenchen!

 

Ey und jetzt nochmal so n paar kuriose Dinge, die mal wieder zeigen, dass die Welt ein Dorf ist:

Erstes Ding:

Also erstmal...Keit hat in Kolumbien am Goethe-Institut als Deutschlehrer gearbeitet und kennt daher meinen schleimigen Arschlochoberchef (=nicht Markus, mein cooler Chef), da der damals dort das Institut geleitet hat. Voll lustig und er findet ihn genauso bekloppt wie ich.

Zweites Ding:

Ich war ja von Montag bis Mittwoch nicht arbeiten, weil ich krank war. Am Mittwoch gings mir aber schon so gut, dass ich rausgehen konnte. Nachmittags sass ich also mit nem Freund froehlich locker-fluffig und eisessenderweise an der Strasse in der warmen Sonne. Und ploetzlich laeuft da Markus, mein Chefchen auf uns zu....uuuuups, ich war so erschrocken, dass ich Luis geschnappt habe und sofort ausgerissen bin. Voll die bescheuerte Reaktion, aber Markus hat mich zum Glueck nicht gesehen. Aber wieso passiert sowas gerade hier, in dieser riesigen Stadt, wo man sich gewoehnlich nicht einfach mal so zufaellig auf der Strasse begegnet?

Drittes Ding:

Am Freitag war ich zur "despedida", also Abschiedsfete von Bettina, ner Dresdnerin, die bei der Konrad-Adenauer-Stiftung Praktikantin war und da war auch Robert, der Praktikant der Friedrich-Ebert-Stiftung (voll die Praktikanten-Plage). Also es ist der totale Zufall, wie wir uns kennengelernt haben, aber das sind andere Geschichten. Wir sind dann darauf gekommen, dass Bettina und Robert hier in Mexiko schon im gleichen Haus, aber zu unterschiedlichen Zeiten gewohnt haben. Und genau das Haus hab ich mir auf meiner Zimmersuche auch angeschaut....lustsch!!!

Viertes Ding:

Jetzt das Schaerfste: Auf der Fete war auch Roberto. Bettina hat mir vorher schon von ihm erzaehlt, er ist Spanisch-Lehrer und ich habe ihn an dem Abend gefragt, ob er mir nicht Unterricht geben koennte. Daraufhin hat er mich gefragt, wo ich wohne und ich meinte: "In der Coahuila" und er: "Ich auch!" und ich: "In der 129" und er: "Ich auch!!!" Ey menno, da bin ich hier in der groessten Stadt der Welt und treffe auf ner x-beliebigen Party meinen Nachbarn. Da kriegste dich echt nich wieder ein. Fetzige Sache!!!

Also Grossfahner oder Mexiko....is doch eigentlich scheissegal!

18.12.06 03:41


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