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chacahua - da, wo die uhren noch anders ticken...

...nein, eigentlich ticken hier garkeine Uhren. Was Zeit ist, das interessiert hier niemanden. Das Leben in Chacahua funktioniert ohne Zeit...es ist zeitlos.

Zum zweiten Mal bin ich jetzt hier und stelle fest, dass man einen Ort, an dem man bereits war, auch wenn nur 3 Wochen vergangen vergangen sind, nocheinmal ganz anders wahrnehmen kann. Vor allem lernt man ihn besser kennen.

Das kleine Dorf liegt an wunderschoenen Lagunen, die da entstanden, wo der "Río Grande" in den Pazifik muendet. Die c.a. 700 Dorfbewohner verteilen sich auf die 2 Uferseiten der Lagunenmuendung. Jeder kennt hier jeden. Alle wichtigen Informationen werden ueber den guten alten Dorffunk bekannt gegeben. Da werden schlafende Erinnerungen wach. Ein paar kleine "Tienditas" (Laedchen) bieten das (aller-) noetigste an.

 Zum  zweiten Mal bin ich nun nach Bus, Camioneta, Taxi, Lancha und Colectivo hier angekommen. Ich bin wieder da, Chacahua!!! Diesmal wagten wir die 14 km Tour am Strand zu einem Berg am Horizont. Die ersten Kilometer waren echt lustig, mit festem Spazierschritt und amuesanten Anekdoten aus vergangenen Zeiten. Der Berg scheint immer naeher zu kommen. Doch das, was dem Schein so oft nachgesagt wird, wuerde hier zur bitteren...zur verdammt bitteren Wirklichkeit: Er truegte...und wie er uns an der Nase rumfuehrte! "Vielleicht noch so ne halbe Stunde und wir sind da..." Den Satz hab ich bestimmt 5 Mal gehoert. Zwischendurch dachte ich sogar wir gehen alle einer miesen und gemeinen Fata-Morgana (schreibt man das so?) auf den Leim. Naja, weiter gehts, jetzt sind wir einmal so weit gelaufen, da geben wir doch nicht auf! Auf dem Weg begegneten wir einer toten Riesenschildkroete, an der bereits die haesslichen Assgeier pickten. Ein paar Meter weiter stuertzte sich eine fluegellahme Moewe in eine Riesenwelle und somit wahrscheinlich auch in den Vogelhimmel. Noch ein paar Meter, vielleicht aber auch Kilometer weiter, wartete ein alter Pelikan auch schon auf die haesslichen Voegel. Und in ein paar Metern wuerde wir am Berg sein. Scheiss Berg! Der schien echt vor uns abzuhauen. Und in diesem Falle war das wohl kein truegerischer Schein. Die Sonne drueckte, meine Fuesse schmerzten und ueberhaupt...scheiss Berg, kleines Miststueck! Keiner hat sich getraut, das vorzuschlagen, was alle dachten. Nein! Nicht so kurz vor dem Ziel, nein! "Los, wir kehren um", hat Anke zur Erleichterung aller rausgedrueckt. Und ja! Juhuuu, keine Widerrede. Scheiss Berg! Da wollte doch sowieso keiner so wirklich hin, is doch eh nur ein scheiss saubloeder und bekloppter stinknormaler Scheissberg! Die Ruekkehr war der Horror. Die Hitze flimmerte, das Trinkwasser war knapp und jeder Schritt versank im Sand, als waer es Tiefschnee. Gierig knabberten die Geier bereits am Pelikan, der uns mit lebensmueden Augen anschaute und sich seinem Schicksal ohne Wehr hingab. Auch die Schildkroete schaute uns schon von von weiten mit hohlen Loechern im Gesicht an. Und die sich ergoetzenden Konsumenten warteten ein paar Meter neben ihrem Fund, den ihnen die Natur quasi mundgerecht servierte und liessen uns passieren. Was fuer Schauspiele der Wildnis! Mit den letzten Kraeften, sonnenverbrannten und geschwollenen Fuessen, schleppten wir uns mit unseren letzten Kraeften zu unserer Cabaña. Hab ich eigentlich schon erwaehnt, dass wir uns mit unseren letzten Kraeften zurueck geschleppt haben? Diesen aufregenden Tag liessen wir mit kuehlem Gummibaerensaft und frischem Fisch hinter uns. So lebendig wie hier hab ich mich selten gefuehlt!

Am naechsten Tag haben wir mit unserem alten Freund Cirrilo (den ich schon beim ersten Aufenthalt mit Tina, Bernd u. Justus kennen gelernt hatte) eine Tour im Paddelboot durch die Mangrowenwaelder gemacht. Obwohl er am Morgen beim Fischen von einem Rochen am Bauch verletzt wurde hat uns Cirrilo tapfer durch die engen Lagunengaesschen chauffiert. Oh manno, die Tier= und Pflanzenwelt ist echt der Oberhammer! Den Krokodilen in der Aufzuchtstation haben wir auch wieder einen Besuch abgestattet und zur Belohnung gabs am Ende des Tages mal wieder frisch gefischten Fisch bei Cirrilos Frau, kleine Plaeuschen beim Feuerkugelaufgang und fetziges Leuchteplankton im schwarzen grossen Wasser.

¡En Cahcahua me siento viva! 

8.3.07 03:40
 


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